Die Gefahr, durch eine Brustvergrößerung mit Silikon zu erkranken, wurde in den letzten Jahren vor allem in den Medien diskutiert. Es ist durch wissenschaftliche Studien erwiesen, dass Silikon nicht krebserregend wirkt und es besteht der wissenschaftliche Nachweis, dass Rheuma und rheumaähnliche Erkrankungen nicht durch Silikon ausgelöst werden.
Vor der Entscheidung zu einer Brustvergrößerungsoperation soll in einem informativen Gespräch die gewünschte Brustgröße mit den für den speziellen Fall gegebenen Möglichkeiten (Dicke des Unterhautfettgewebes, Brustkorbausmaß, Größe der vorhandenen Brustdrüse) abgestimmt werden. Nicht jede Brustgröße passt für jede Frau, da das optimale Ergebnis mit der Hautspannung, mit dem vorhandenen eigenen Drüsengewebe sowie den Ausdehnungen des Brustkorbes in Einklang gebracht werden muss.
Ab dem 30. Lebensjahr sollte eine Mammographie durchgeführt werden, um etwaige pathologische Veränderungen vor der Operation auszuschließen.
Die Operation wird grundsätzlich in Allgemeinnarkose durchgeführt und erfordert aus diesem Grund einen Mindestkrankenhausaufenthalt von einer Nacht.
Nach der Operation sollte durch einige Tage körperliche Anstrengung vermieden werden. Durch mindestens drei Wochen soll kontinuierlich ein BH getragen werden, um ein ruhiges Einheilen des Implantates zu ermöglichen. Die Nähte werden um den 10. - 12. Tag entfernt. Sportliche Aktivitäten, bei denen der Brustmuskel stärker belastet wird, sind nach etwa 5 - 6 Wochen erlaubt.
Die Stillfähigkeit wird grundsätzlich erhalten, allerdings kann die Gefühlsempfindung der Brustwarze nach einer Vergrößerungsoperation durch einige Monate eingeschränkt sein.
Früher mussten Implantate nach etwa 10 Jahren ausgetauscht werden. Die Implantate sind deutlich verbessert worden, so dass mit einer wesentlich verlängerten Lebensdauer zu rechnen ist.
Die normale Brustkrebsvorsorgeuntersuchung, wie sie ab dem 30. Lebensjahr von jeder Frau in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden sollte, muss nach einer Vergrößerungsoperation in gleichem Ausmaß erfolgen. Mammografisch kann die Brustdrüse auch nach erfolgter Vergrößerungsoperation untersucht werden und es gibt nur ganz wenige Stellen, die durch die Implantate bedingt für die Röntgenuntersuchung nicht einsehbar sind.
Die unangenehmste Komplikation nach einer Brustvergrößerung ist eine Schrumpfung der vom Körper gebildeten natürlichen Gewebehülle (Kapsel). Diese Schrumpfung ist abhängig von der individuellen Neigung zur Narbenbildung und kann dazu führen, dass das Implantat durch die Haut tastbar wird, eine Asymmetrie verursacht oder sich durch eine Markierung der Umrisse abzeichnet. In diesem Fall kann eine so genannte Kapselsprengung, die nochmals einen kurzen operativen Eingriff erfordert, notwendig sein. Wie bei jeder Operation sind Nachblutungen möglich, aber äußerst selten. Ernste Komplikationen sind bei diesem Eingriff nicht zu erwarten.
Wenn Sie mit Ihrem Finger vor der Operation die Rippen unter der Brust oder seitlich der Brust tasten können, so werden Sie wahrscheinlich den Implantatrand unter der Brust und seitlich der Brust tasten. Wenn das Fühlen des Implantatrandes für Sie ein Problem darstellt, dann lassen Sie sich nicht operieren. Moderne Implantate haben eine längere Lebensdauer und sind daher etwas fester. Sie lassen sich daher auch manchmal tasten. Die Dicke des Eigengewebes, die wir nicht ändern können, entscheidet darüber, ob das Implantat gefühlt werden kann, oder nicht. Je größer das Implantat ist, desto eher besteht die Gefahr einer Ausdehnung des Eigengewebes im Laufe der Jahre.
Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollten Sie sich weiterhin schonen und körperliche Anstrengungen vermeiden. Solange die Nähte nicht entfernt sind, ist Baden und Duschen nicht erlaubt, da es zu Wundinfektionen kommen könnte. Auch stärkeres Schwitzen sollte aus demselben Grund vermieden werden.
Wenn auch die Operationsnarben durch Anwendung modernster Nahttechniken und Nahtmaterialien möglichst unauffällig gestaltet werden, bleiben sie doch zeitlebens sichtbar. Sie werden aber im Laufe der Zeit immer unauffälliger.
Da bei der Operation die Brustwarze mit dem Drüsengewebe in Verbindung ist, bleibt die Stillfähigkeit grundsätzlich erhalten, kann jedoch vermindert sein. Eine Gefühlsstörung der Brustwarzen ist meist temporär vorhanden und bleibt nur in den seltensten Fällen bestehen.
Komplikationen können wie bei jeder Operation auch bei Brustverkleinerungen und bei Bruststraffungen auftreten, sind aber selten gravierend. Dank gewebeschonender Operationstechnik sind Infektionen selten. Es können Nachblutungen auftreten und eine operative Revision erfordern. Kleinere Wundheilungsstörungen kommen bei ausgedehnten Verkleinerungsoperationen immer wieder vor, sind meist unwesentlich und heilen von selbst ab. Seltenere Komplikationen sind Durchblutungsstörungen der Brustwarzen, der Haut oder des Drüsengewebes, wodurch Korrektureingriffe erforderlich sein könnten. Geringe Größenunterschiede beider Brüste können nicht immer ausgeschlossen werden, auch Asymmetrien der Brustwarzenstellung können vorkommen.